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Camping Wasserbillig Luxemburg

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Eigentlich wollten wir nach Schweden zu den Höga Kusten. Als wir allerdings einen Tag vor der Abreise die Wettervorhersage für Schweden sahen, haben wir unser Ziel kurzentschlossen geändert. Statt in den Norden Schwedens fahren wir in den Norden Spaniens.

Der Sommer hat uns und unsere Aussies schon gut auf Temperaturen um und über 30 Grad vorbereitet. Die Wetterfrösche sagen für Schweden wechselhaftes Wetter mit Temperaturen um 17 Grad voraus. So haben wir unser Ziel geändert und fahren ins Baskenland. Sonnig bei 28 Grad sagt der Wetterdienst. Also nichts wie los... 

Abfahrt ist am Mittwoch Nachmittag, doch bevor wir starten können, muss noch eine Reparatur durchgeführt werden. Als ich die Frontscheibenverdunklung öffnen möchte, bringe ich das Plissee nicht in die vorgesehene Arretierung. Eine kurze Untersuchung fördert den Fehler zu Tage. Die obere Führungsschiene ist nicht korrekt eingebaut, so dass sich das Plissee teilweise von der Führung geschlichen hat. Emma hatte einen Steinschlagschaden und bei CarGlass  wurde die Frontscheibe getauscht. Dabei wurde wohl bei der Montage des Verdunklungsplissees etwas falsch gemacht. Also habe ich das komplette linke obere Führungsrohr entfernt und konnte so das Plissee wieder korrekt auffädeln. Dann die Blende wieder angeschraubt und mit 30 minütiger Verspätung geht es dann endlich los.

Den ersten Stopp machen wir nach knapp 300 km in Luxemburg, genauer gesagt in Wasserbillig. Die Rezeption des Campingplatzes Schützwiese hat bei unserer Ankunft bereits geschlossen. Die Zufahrt ist jedoch möglich und es gibt sechs Stellplätze auf Asphalt rund um einen Stromautomat, der mit Münzen gefüttert werden muss. Er akzeptiert 1 € und 2 € Münzen, ein 1 kW/h kostet 1 €. Bei immer noch 30 Grad füttern wir den Automat mit 5 € und lassen die Klimaanlage die ganze Nacht laufen. Am nächsten Morgen zahlen wir für die Übernachtung 27 €. Der Platz ist einfach aber sauber und gepflegt. Für ein oder zwei Nächte durchaus okay. Mit den Hunden kann man den Radweg entlang des Flusses gehen. Überall stehen Tütenspender und Müllbehälter. Nachdem wir Diesel und Adblue aufgetankt haben - übrigens für 1,74 €/l Diesel, geht es weiter. Der Plan ist, über die französischen Nationalstraßen die Autobahnmaut einzusparen. Doch der beste Plan scheitert an der Realität. Während der ersten 100 km fahren wir  autobahnähnliche Nationalstraßen und kommen gut voran. Aber dann werden aus den N-Straßen D-Straßen und wir verlieren viel Zeit in endlosen Kreisverkehren. Deshalb wechseln wir ab Reims auf die gebührenpflichtige (55 €) A5. Wir stranden dann schließlich in Saint Jean de la Ruelle in der Nähe von Orléon auf Camping Municipal Gaston-Marchand. Der Platz ist unter hohen Platanen komplett beschattet. Beim Sanitär ist noch viel Platz nach oben, für eine Nacht und 27 € inklusive Strom geht es.

Wir  bleiben bei den Mautstrecken. Für die knapp 700 km bis St. Jean-de-Luc nahe der spanischen Grenze zahlen wir etwa 100 €, sind dafür aber statt 8,5 Stunden nur 6 Stunden unterwegs. Wir reservieren uns einen Stellplatz auf dem Campingplatz Rarrouleta in Urrugne, einen Steinwurf von der spanischen Grenze entfernt. Es ist ein typisch, französischer Campingplatz. Die Parzellen sind eher klein bemessen und das Sanitärgebäude hat schon bessere Zeiten gesehen. Dafür gibt es ein Schwimmbad und einen Badesee. Die Gassirunden sind schwierig. Wir umrunden Campingplatz und Badesee in 45 Minuten, allerdings meist auf Asphalt entlang der Straßen. Wir bleiben zwei Tage, um uns von den langen Fahrstrecken zu erholen. Das Wetter ist erst bewölkt, am zweiten Tag scheint die Sonne. Das alles bei 28 Grad und leichter Schwüle. Die Klimaanlage in der Emma ist Gold wert.

Wir buchen uns für die nächsten zwei Tage einen Stellplatz bei Iskibi Camping in Goizueta. Wir reisen in der Hochsaison. Die Campingplätze an der Nordküste Spaniens bieten keine freien Plätze. Wir benötigen für unsere Klimaanlage einen Stellplatz mit Stromanschluss. Das ist alles nicht ganz einfach, daher fahren wir landeinwärts um einen Nachtplatz zu finden. Doch zuvor verlassen wir Frankreich und fahren entlang der Küstenstraße Richtung San Sebastian. Wir genießen die tolle Aussicht. Von San Sebastian an fahren wir Richtung Goizueta. Die Straßen sind eng und kurvenreich und es gibt jede Menge Radfahrer, die sich die Berge hinauf quälen. Der Campingplatz liegt im Nirgendwo an einem Fluss. Die Parzellen sind eben, meist unter Platanen. Der Platz hat junge Familien mit Kindern im Fokus. Es gibt, neben der Bademöglichkeit am Fluss, einen Kinderpool, eine Bar und ein Restaurant. Das Sanitär ist modern und sauber, meistens jedenfalls. Hunderunden sind schwierig. Es gibt mehrere Wandergebiete, die jedoch erst mit dem Auto anfahren muss. Entsprechende Karten gibt es in der Rezeption. Die Nacht kostet uns 33 €.

So langsam überlegen wir, ob die Idee unvorbereitet nach Spanien zu fahren, wirklich eine gute war. Wir versuchen mehrere Stunden einen Platz für die nächsten Tage zu finden. Viele Campingplätze sind voll und die Stellplätze mit Stromanschlüssen auch. Es gibt deutlich weniger Campingplätze als an der französischen Atlantikküste. Wir werden sehen, wie es weiter geht. Für morgen haben wir einen Platz bei WeCamp in San Sebastian gebucht. Der Platz liegt etwas außerhalb auf einer Anhöhe. Die Anfahrt zum Platz bietet ein super Panorama, hohe Berge und das blaue Meer. Vom Platz ist davon leider nichts mehr zu sehen. Vor dem Campingplatz sind ein Parkplatz und ein Wohnmobilstellplatz angelegt. Man steht auf großzügigen Parzellen, die manchmal etwas zu kurz geraten sind. Man kann alle Services des Campingplatzes mitbenutzen. Auf dem Wohnmobilplatz gibt es einen modernen Toilettencontainer. Jeder Platz hat einen Stromanschluss. Der Spaß kostet 82 € für eine Nacht, 2 Personen mit Mobil und zwei Hunden. Elektrik und Wasserver- und Entsorgung inklusive. Die Hunderunde muss wieder entlang der Straße stattfinden. Zum Glück ist die Straße nur wenig frequentiert. Wir buchen für die nächsten zwei Tage einen Stellplatz bei Camping Bixta Eder in Cambo les Bains, Frankreich. 

Der Platz hat halbwegs ebene Parzellen unterschiedlicher Größe. Die erste uns zugewiesene Parzelle war leider zu klein für unsere Emma. Die Dame an der Rezeption sprach nur französisch und so war es schwierig, das Problem zu beschreiben. Wir bekamen dann eine größere Parzelle. Das Waschhaus ist alt, aber sauber. Hunderunden muss man durch die Stadt gehen. Wir machen einen Ausflug nach Biarritz, wo es einen größeren Hundepark gibt. Das gefiel unseren Fellnasen echt gut. Die Kosten von 33 € pro Nacht sind okay. Wir reisen trotzdem nach einer Nacht ab. Wir haben auf Camping Lacoussade in Lit-et-Mixe einen Stellplatz für drei Tage gebucht. Auf dem großen Areal sind die Abstände zum Nachbarn angenehm groß. Der Platz ist eben und bietet Schattenplätze unter Bäumen. Er grenzt an ein Waldgebiet, was die Hunderunden sehr erleichtert. Das Sanitär ist älter, aber blitzblank. Insgesamt macht der Platz einen sehr gepflegten Eindruck. Wir zahlen für drei Nächte etwa 84 €, inklusive Strom. Hunde sind kostenlos. Die Waldbrände um Bordeaux machen sich auch hier bemerkbar. Der Wald darf zwischen 14 und 22 Uhr nicht betreten werden. Bei einer Rast am Trimm-dich-Pfad werden wir von der Polizei auf die Waldbrandgefahr hingewiesen. Wir verlängern daher unseren Aufenthalt. Wir überlegen uns auch alternative Routen nach Hause, um Bordeaux zu meiden und tanken die Emma für alle Fälle voll. Am Strand von Cap-de-L'Homy, circa 10 km vom Platz entfernt, gibt es auch Parkplätze für Emma. Die meisten Parkzonen sind mit Höhenbegrenzung, aber einige Felder sind auch offen für Camper. Auf dem Weg dorthin haben wir einen Gesundheitspark gefunden. Unter dem Schatten der Seekiefern drehen wir mittags, meist allein, unsere Gassirunde.

Nach einer Woche treten wir den Rückweg an. Wir fahren über D-Straßen Richtung Bordeaux. Da die A63 immer noch gesperrt ist, fahren wir auf die A630 und umrunden die Stadt östlich und halten uns Richtung Angouléme. Unser Nachtquartier schlagen wir in La Brousse bei Camping Le Paradis auf. Die Besitzer sind Briten, die ihren Lebensmittelpunkt nach Frankreich verlegt haben. Der Platz liegt am Hang, die Stellplätze sind nicht alle eben. Trotz Keile steht Emma leicht schief. Die Sanitäreinrichtung ist sehr dürftig und nicht sauber. Es fehlt die Grundsauberkeit, volle Abfalleimer und schimmelige Silikonfugen runden das Ganze ab. Der Platz hat einen eingezäunten Hundeauslauf. Skye hat sehr schnell das Loch im Zaun gefunden und die Kühe auf der Nachbarwiese besucht. Für die eine Nacht zahlen wir 33 €. 

Am Morgen geht es zurück auf die Piste. wir fahren über die N141 bis Limoges. Dort geht es auf die A20, die bis Vierzon mautfrei ist. Von hier an wird es mautpflichtig, über die A10 Richtung Paris. Unser Ziel ist Camping Fuussekaul in Luxemburg. Wir schaffen es nicht bis nach Luxemburg und übernachten bei Camping les Marguerites in Bonzée. Der Platz liegt an einem Badesee. Wir konnten online buchen und bezahlen. Per Email erhalten wir den Code für die Schranke. Das ist schon einmal ein Pluspunkt. Die Parzellen sind eben und groß. Der Platz ist höchstens zu einem Drittel belegt. Man gibt sich viel Mühe, um Kindern den Urlaub zu versüßen. Es gibt ein Hüpfburgen-Paradies und Ponyreiten. Die Gassirunden sind um den Badesee kein Problem. Unsere Hunde nehmen ein ausgiebiges Bad im See. Über das Waschhaus möchte ich lieber schweigen, sehr alt und man versucht es sauber zu halten. Mehr ist dazu nicht zu sagen, für eine Nacht geht es.

Am nächsten Morgen nehmen wir dann Kurs auf Camping Fuussekaul. Wir buchen einen Stellplatz für drei Tage auf dem Wohnmobilplatz. Dieser liegt auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Campingplatzes. Da die Straße viel befahren ist, gibt es einen Fußgängertunnel. Man kann alle Services des Campingplatzes nutzen. Die Nacht kostet 28 € inklusive Strom. Es gibt gute Möglichkeiten mit den Hunden zu gehen. Neben Pool und Restaurant gibt es auch einen Brötchenservice und einen Imbiss, Wir staunten nicht schlecht als wir eine Papiertüte mit unserer Brötchenbestellung nach der Morgenrunde an Emmas Antenne hängen hatten. 

Am letzten Abend geht ein kräftiges Gewitter über dem Ort nieder und wir schauen uns das Blitzspektakel aus dem Bett an. Nach der Morgenroutine geht es dann auf die letzte Etappe nach Hause. Wir fahren nochmals über Wasserbillig, um uns mit Kaffee zu versorgen. Wir legen noch einen Zwischenstopp in Ernst an der Mosel ein und statten unserem Leiblingswinzer einen Besuch ab. Unsere Weinvorräte sind fast erschöpft und der kleine Schlänker kostet uns kaum Zeit.

Fazit:

Wir hatten einen schönen Urlaub mit herrlichem Wetter. Wir werden die nächste Reise ins spanische Baskenland besser planen und nicht unbedingt in der Hochsaison dorthin reisen. Die Waldbrände an der französischen Atlantikküste haben uns davon abgehalten, die Küste entlang nach Norden zu fahren. Anders als in den vorherigen Jahren wechselten wir seltener die Plätze. Trotzdem kamen 3415 km zusammen. Bei der Rückfahrt haben wir deutlich weniger Maut bezahlt, etwa 60 €. Bei der Routenoptimierung war ChatGPT behilflich.

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